Nach mehreren Hinweisen von Mainboard-Herstellern und Intel selbst hat der Chip-Hersteller den neuen Chipsatz Z390 nun ganz offiziell vorgestellt.
Ob das gewollt war, ist unklar.
Zwar ist der entsprechende Product Brief problemlos aufrufbar, doch so manches Detail wird noch nicht verraten.
Überraschungen wird es aber vermutlich nicht geben.
Denn das, was Intel verrät, stimmt mit vorherigen Vermutungen überein.

Die sind teilweise bereits fast ein Jahr alt und drehten sich vor allem um die vereinfachte Bereitstellung von USB 3.1 und schnellem WLAN.
Punkte, die Intel tatsächlich berücksichtigt hat.
So wird USB 3.1 Gen 2 (10 GBit/s) mit bis zu sechs Ports nativ unterstützt, ebenso ist die technische Basis für ac-WLAN mit 2x2-Antennendesign vorhanden.
Wer Bluetooth 5 nutzen will, muss aber nach wie vor zu einer zusätzlichen Steckkarte - Intel Wireless-AC 9560 - im M.2-Format greifen.
Das ermöglicht Mainboard-Herstellern das bereitstellen verschiedener SKUs - mal mit, mal ohne WLAN-Unterstützung „out of the box".
Intel selbst spart das Mühe, Zeit und Geld, da die benötigten Zertifizierungen der FCC und anderer Behörden bereits von der M.2-Karte abgedeckt werden.


Vom Z390-Chipsatz, der in 14 nm gefertigt wird, unterstützt werden darüber hinaus unter anderem bis zu zehn USB-3.1-Gen-1-Ports sowie 14 vom Typ USB 2.0.
Der Wahl der jeweiligen Buchsen - Typ-A oder Typ-C - obliegt dem Mainboard-Hersteller.
Der muss zudem auch entscheiden, ob Thunderbolt 3 berücksichtigt wird.
Denn die schnelle Schnittstelle unterstützt Intel nicht, was angesichts der Positionierung des Chipsatzes zumindest ein wenig verwundert.
Denn klar ist, dass der Z390 die Speerspitze darstellen wird.
Dennoch sind auch Lösungen wie die Rapid Storage Technology mit RAID-Unterstützung oder für PCIe-Speicher sowie die Unterstützung des Intel-Extreme-Tuning-Tools nur optional ist.

Gedacht ist der Chipsatz in erster Linie für Gamer und andere Anwender, die Wert auf Overclocking und eine umfassende Ausstattung legen.
Intel selbst adressiert im Product Brief erstere Nutzergruppe, auch wenn die vermutlich nur ein geringes Interesse am - laut Intel - besseren Onboard-Sound oder den Fähigkeiten der Prozessor-GPU haben, die ihre Signale über bis zu drei unabhängig voneinander arbeitenden DisplayPort- und HDMI-Ausgänge weiterleiten kann.
Interessanter dürfte für potentielle Käufer sein, welche Prozessoren für den Einsatz auf Z390-Mainboards gedacht sind.
Intel spricht diesbezüglich lediglich von Core-Prozessoren der 8. Generation, dürfte damit aber auch den noch nicht angekündigten Achtkerner Coffee Lake-S meinen.
Ob der aber bereits auf Computex 2018, die Anfang Juni startet, vorgestellt wird, ist fraglich.
Inzwischen wird von einem deutlich späteren Termin ausgegangen.
Den neuen Chipsatz dürfte Intel hingegen tatsächlich in etwa drei Wochen endgültig zeigen.